Die Finanzmärkte setzen zum Wochenstart ihre Talfahrt vom Freitag fort. Neue Drohungen gegen die Energieinfrastruktur im Iran sorgen für anhaltende Unsicherheit und treiben die Rohölpreise weiter nach oben.
Statt einer möglichen Entspannung rund um die Straße von Hormus belasten angedrohte Gegenschläge des Iran die Marktstimmung. Der Ölpreis legt zum Wochenauftakt um rund 2 % zu. Das US-Rohöl WTI notiert wieder an der Marke von 100 US-Dollar je Barrel, während die Nordseesorte Brent auf rund 108 US-Dollar steigt.
Schwache Vorgaben aus Asien
Die asiatischen Märkte liefern zum Wochenstart deutliche negative Impulse. Der japanische Nikkei 225 verliert rund 3,35 %, während der Hang Seng in Hongkong um etwa 3,93 % nachgibt.
Die schwachen Vorgaben spiegeln die zunehmende Nervosität der Marktteilnehmer wider und deuten darauf hin, dass auch die europäischen Börsen unter Druck in den Handel starten dürften.
Futures signalisieren schwachen Handelsstart in Europa
Bereits im vorbörslichen Handel zeichnen sich deutliche Verluste ab. Die DAX-Futures (Juni) notieren rund 1,95 % im Minus, während die Futures auf den CAC 40 (April) etwa 2,10 % verlieren. Auch Euro Stoxx 50 Futures (Juni) geben um rund 1,70 % nach.
Für den DAX rückt damit die Marke von 22.000 Punkten in den Fokus. Sollte diese wichtige Unterstützung nicht halten, könnte sich der Abwärtsdruck auf den Index weiter verstärken.
Futures auf US-Indizes verzeichnen im vorbörslichen Handel ebenfalls Verluste, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Die Dow Jones-Futures notieren aktuell rund 0,55 % im Minus, während die Futures auf den S&P 500 etwa 0,70 % nachgeben.
Die vergleichsweise moderatere Reaktion könnte darauf zurückzuführen sein, dass die US-Wirtschaft weniger stark von Ölimporten abhängig ist, da die USA selbst zu den größten Ölproduzenten weltweit zählen..
Gold und Silber unter starkem Druck
Der Goldpreis steht weiter deutlich unter Druck. Steigende Ölpreise, fallende Aktienmärkte und eine erhöhte Nachfrage nach dem US-Dollar belasten das Edelmetall zum Wochenstart spürbar.
Gold verliert aktuell rund 7,4 % und fällt unter die Marke von 4.300 US-Dollar. Sollte dieses Niveau nachhaltig unterschritten werden, könnte die Zone um 4.000 US-Dollar als nächster wichtiger Bereich in den Fokus der Marktteilnehmer rücken.
Noch stärker zeigt sich die Schwäche beim Silberpreis. Dieser verliert zweistellig rund 10 % und notiert aktuell knapp unter 62 US-Dollar. Hier dürfte insbesondere die Marke von 60 US-Dollar als wichtige Unterstützung im Blick stehen.
Kryptomarkt ebenfalls schwächer
Auch Kryptowährungen können sich der negativen Marktstimmung nicht entziehen. Bitcoin fällt wieder unter die Marke von 70.000 US-Dollar und notiert aktuell bei rund 68.350 US-Dollar, was einem Minus von etwa 1,2 % entspricht.
Ethereum zeigt sich noch schwächer und verliert rund 3,4 % auf etwa 2.038 US-Dollar. Damit rückt die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar erneut in den Fokus.
Ausblick: Geopolitik bleibt dominierender Faktor
Die weitere Entwicklung an den Märkten dürfte auch in dieser Woche maßgeblich von der geopolitischen Lage im Nahen Osten abhängen. Insbesondere mögliche Eskalationen rund um die Energieinfrastruktur und die Straße von Hormus bleiben im Fokus der Investoren.
Gleichzeitig sollten auch makroökonomische Daten nicht aus dem Blick geraten, da sie zusätzlichen Einfluss auf die Marktbewegungen nehmen könnten. In dem aktuell fragilen Umfeld könnten bereits einzelne Nachrichten ausreichen, um die Richtung an den Märkten kurzfristig deutlich zu verändern.