Einführung
Im Trading gehören Stop Loss und Take Profit zu den wichtigsten Instrumenten des Risikomanagements.
Dabei handelt es sich um automatisch auslösende Ausstiegsorders, die eine bestehende Position schließen, sobald ein zuvor festgelegtes Kursniveau erreicht wird – entweder im Gewinn oder im Verlust.
Sie helfen dabei, Handelsentscheidungen zu strukturieren und das Verhältnis zwischen möglichem Risiko und möglicher Chance bereits beim Einstieg klar zu definieren. Doch wie funktionieren diese Orders im Detail – und worauf sollten Anleger achten?
Was ist ein Stop Loss?
Ein Stop Loss ist eine automatisch auslösende Order, die eine bestehende Position schließt, sobald ein zuvor festgelegter Kurs erreicht wird. Ziel ist es, Verluste zu begrenzen, bevor sie sich weiter ausweiten.
In der Praxis wird der Stop Loss häufig bereits bei Eröffnung einer Position platziert. Er kann jedoch auch nachträglich angepasst werden.
Beispiel
Angenommen, Sie eröffnen eine Long-Position im Goldpreis bei 5.000 US-Dollar und platzieren einen Stop Loss bei 4.900 US-Dollar.
Fällt der Kurs auf dieses Niveau, wird die Position automatisch geschlossen. Der Verlust ist damit auf die Differenz zwischen Einstiegs- und Stop-Loss-Kurs begrenzt.
Was ist ein Take Profit?
Ein Take Profit ist eine automatisch auslösende Order, die eine bestehende Position schließt, sobald ein zuvor festgelegtes Kursziel erreicht wird. Ziel ist es, erzielte Gewinne planmäßig zu sichern, ohne dass der Markt permanent beobachtet werden muss.
Während ein Stop Loss Verluste begrenzt, dient der Take Profit dazu, eine Position kontrolliert mit Gewinn zu schließen, sofern das festgelegte Kursziel erreicht wird.
In der Praxis wird der Take Profit häufig bereits bei Eröffnung einer Position gemeinsam mit dem Stop Loss platziert. Beide Marken definieren von Beginn an das geplante Chancen-Risiko-Verhältnis, das im Idealfall mindestens 2:1 betragen sollte.
Beispiel
Angenommen, Sie eröffnen eine Long-Position im Goldpreis bei 5.000 US-Dollar und platzieren einen Take Profit bei 5.150 US-Dollar.
Steigt der Kurs auf dieses Niveau, wird die Position automatisch im Gewinn geschlossen. Fällt der Kurs hingegen, bleibt der Take Profit inaktiv – in diesem Fall würde gegebenenfalls der Stop Loss greifen, sofern er platziert wurde.
Stop Loss und Take Profit im Zusammenspiel
Stop Loss und Take Profit bilden gemeinsam einen klar definierten Handlungsrahmen. Bereits zum Zeitpunkt des Einstiegs wird festgelegt:
- wo eine Position im Verlust beendet wird
- wo sie im Gewinn geschlossen werden soll
Dieses Vorgehen schafft Transparenz über das eingegangene Risiko und verhindert spontane Entscheidungen unter Zeitdruck.
Tipp: Der Abstand von Stop Loss und Take Profit zum Einstiegskurs sollte realistisch gewählt werden. Ein zu enger Stop Loss kann dazu führen, dass Positionen unnötig häufig geschlossen werden, während ein zu weit entferntes Take-Profit-Niveau statistisch seltener erreicht wird.
Warum ein klar definiertes Risikomanagement entscheidend ist
Marktbewegungen können kurzfristig stark ausfallen – insbesondere bei erhöhter Volatilität oder wichtigen Nachrichtenereignissen. Ohne klar definierte Ausstiegsmarken besteht das Risiko, dass Verluste anwachsen oder erzielte Gewinne wieder abgegeben werden.
Stop Loss und Take Profit helfen dabei, Handelsentscheidungen systematisch umzusetzen und Emotionen aus dem Entscheidungsprozess zu reduzieren.
Stop Loss, Take Profit und Hebel – warum Risikomanagement besonders wichtig ist
Stop Loss und Take Profit entfalten ihre volle Bedeutung insbesondere dann, wenn Positionen mit Hebel gehandelt werden. Durch den Einsatz von Fremdkapital können bereits kleine Kursbewegungen zu überproportionalen Gewinnen – aber ebenso zu überproportionalen Verlusten – führen.
Gerade in solchen Fällen ist es entscheidend, das Risiko bereits beim Einstieg klar zu definieren. Ein Stop Loss begrenzt mögliche Verluste, während ein Take Profit das geplante Chancen-Risiko-Verhältnis absichert.
Wie der Hebel im Detail funktioniert und welche zusätzlichen Risiken damit verbunden sind, erläutern wir im Artikel „Trading mit Hebel: Anwendung & Risiken verständlich erklärt“.