Sprache auswählen

Finanzprodukte uns Anlagestrategien von Aktien über ETFs bis zu Forex verständlich erklärt

Support und Resistance im Trading verstehen

Viele Trader lernen das Konzept von Unterstützung und Widerstand, meist mit den englischen Begriffen Support und Resistance, zunächst im Zusammenhang mit Forex-Trading kennen. Tatsächlich gehören Unterstützungs- und Widerstandszonen jedoch zu den grundlegendsten Konzepten der technischen Analyse und lassen sich in nahezu allen Märkten beobachten.

Ob Aktien und Indizes, Rohstoffe oder Kryptowährungen – Kurse reagieren häufig im Bereich bestimmter Niveaus. Diese Bereiche werden als Unterstützungen (Support) oder Widerstände (Resistance) bezeichnet.

Trader nutzen solche Zonen, um mögliche Einstiegs- oder Ausstiegspunkte zu identifizieren oder um Marktbewegungen besser einzuordnen. Besonders Strategien wie Swing-Trading arbeiten häufig mit solchen Kurszonen.

In der Praxis werden Unterstützungen und Widerstände häufig auch genutzt, um Stop-Loss- und Take-Profit-Marken zu definieren. Eine ausführliche Erklärung dieser Konzepte findest du in unserem Artikel über Stop Loss und Take Profit im Trading.

Was sind Support und Resistance im Trading?

Support (Unterstützung) bezeichnet ein Kursniveau, an dem ein fallender Markt häufig auf Kaufinteresse trifft. In diesem Bereich steigt die Nachfrage nach einem Asset oft an, sodass der Kurs vorübergehend stabilisiert werden kann.

Resistance (Widerstand) beschreibt dagegen ein Kursniveau, an dem steigende Kurse häufiger auf Verkaufsinteresse stoßen. Dadurch kann ein Aufwärtstrend gebremst oder sogar umgekehrt werden.

Solche Zonen entstehen meist an Kursbereichen, an denen der Markt bereits in der Vergangenheit mehrfach reagiert hat. Trader beobachten diese Marken besonders genau, weil sie Hinweise auf mögliche Richtungswechsel liefern können.

Wichtig ist dabei: Support und Resistance sind selten exakt eine einzelne Linie. In der Praxis handelt es sich meist eher um Kursbereiche oder Zonen, innerhalb derer Marktteilnehmer reagieren.

Warum reagieren Kurse an Unterstützungen und Widerständen?

Reaktionen an Support- und Resistance-Zonen lassen sich vor allem durch das Verhalten von Marktteilnehmern erklären.

Wenn ein Kurs in der Vergangenheit mehrfach an einem bestimmten Niveau nach oben gedreht hat, erhält er hier Unterstützung (Support), und  viele Trader erinnern sich an diese Marke, bzw. erkennen dies im Chart. Fällt der Markt erneut in diesen Bereich zurück, betrachten einige Anleger diesen Bereich als attraktiven Einstiegspunkt.

Umgekehrt gilt Ähnliches für Widerstände. Wenn ein Markt zuvor mehrfach an einem bestimmten Niveau gescheitert ist, entscheiden sich viele Trader dort eher für Gewinnmitnahmen oder neue Verkaufspositionen, was Druck auf den Kurs auslöst.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Viele Marktteilnehmer orientieren sich an runden Kursmarken oder gut sichtbaren Chartniveaus. Dadurch konzentrieren sich Kauf- und Verkaufsaufträge häufig in denselben Bereichen.

Dieses Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage und Marktpsychologie kann dazu führen, dass Kurse an bestimmten Zonen wiederholt reagieren.

Beispiel aus dem Forex-Markt

Ein häufig beobachtetes Beispiel für Support- und Resistance-Zonen lässt sich im Währungspaar EUR/USD finden.

Angenommen, der Kurs fällt mehrfach in einen Bereich um ein bestimmtes Niveau und dreht dort wieder nach oben. Trader könnten diese Zone als Unterstützung interpretieren, weil sich dort offenbar Kaufinteresse bildet.

Steigt der Kurs anschließend wiederholt bis zu einem höheren Niveau und prallt dort nach unten ab, könnte dieser Bereich als Widerstand gelten.

Strategien wie Swing-Trading zielen in der Regel darauf ab, solche wiederkehrenden Marktbewegungen auszunutzen. Trader beobachten dabei, ob der Kurs innerhalb dieser Zonen dreht oder ob es zu einem Ausbruch über eine wichtige Marke kommt.

Support- und Resistance-Zonen liefern dabei keine Garantie für zukünftige Kursbewegungen. da sie nur vergangene und aktuelle Kursbewegungen abbilden. Sie können jedoch helfen, Marktstrukturen besser zu verstehen und mögliche Szenarien im Chart einzuordnen.

Ein häufig beobachteter Aspekt besteht außerdem darin, dass überwundene Unterstützungen und Widerstände später ihre Rolle wechseln können. Wird ein Widerstand nachhaltig durchbrochen, kann er anschließend als Unterstützung fungieren – und umgekehrt.

Im folgenden Chart ist dieses Verhalten auf der rechten Seite zu erkennen.

EUR/USD mit Support und Resistance
Im EUR/USD-Chart (H1) ist zu erkennen, dass Support und Resistance keine exakten Linien, sondern Bereiche sind. | Chart-Quelle: TradingView

Wie erkennt man Support- und Resistance-Zonen im Chart?

Support- und Resistance-Zonen lassen sich häufig direkt im Chart erkennen. Trader achten dabei besonders auf Kursbereiche, an denen der Markt bereits mehrfach gedreht hat.

  • Mehrfache Kursreaktionen: Wenn ein Kurs mehrmals an einem ähnlichen Niveau nach oben oder unten dreht, kann sich dort eine relevante Zone bilden.
  • Frühere Hoch- und Tiefpunkte: Vergangene markante Hochs oder Tiefs dienen häufig als Orientierung für zukünftige Unterstützungen oder Widerstände.
  • Konsolidierungsbereiche: Wenn sich ein Markt über längere Zeit in einer engen Spanne bewegt hat, kann diese Zone später als Support oder Resistance wirken.

Viele Trader zeichnen solche Bereiche als horizontale Linien oder Zonen in ihre Charts ein. Wichtig ist jedoch, diese Marken nicht als exakte Punkte zu verstehen. Märkte reagieren häufig leicht oberhalb oder unterhalb der eingezeichneten Bereiche.

Obwohl Support- und Resistance-Zonen im Trading häufig verwendet werden, machen viele Einsteiger ähnliche Fehler bei der Interpretation dieser Marken.

Typische Fehler beim Trading mit Support und Resistance

  • Zonen als exakte Linien betrachten: In der Realität reagieren Kurse selten exakt auf eine einzelne Linie. Unterstützungen und Widerstände sollten daher eher als Preisbereiche interpretiert werden.
  • Zu viele Linien im Chart einzeichnen: Wenn zu viele Marken eingezeichnet werden, verliert der Chart schnell an Übersicht. Meist sind nur wenige zentrale Zonen wirklich relevant.
  • Den Markttrend ignorieren: Ein starker Trend kann Unterstützungen oder Widerstände deutlich leichter durchbrechen. Deshalb sollten solche Marken immer im Kontext der aktuellen Marktdynamik betrachtet werden.
  • Keine Bestätigung abwarten: Das Niveau ist ein erster Hinweis. Aber Trader für eine Entscheidung zum Kauf oder Verkauf ziehen Trader in der Regel mindestens einen weiteren Indikator hinzu, wie z. B. den Stochastic Oszillator . 
  • Stop-Loss-Marken ungünstig platzieren: Einige Trader platzieren Stop-Loss-Marken zu nah an offensichtlichen Support- oder Resistance-Zonen. Dadurch kann es passieren, dass der Markt diese Niveaus kurz erreicht, bevor er wieder in die ursprüngliche Richtung dreht. Dies hat zur Folge, dass Positionen dort im Verlust geschlossen werden.

Related Articles

Risikohinweis: Der Handel mit CFDs und anderen gehebelten Finanzprodukten auf Margin und Derivaten ist immer mit einem hohen Risiko behaftet. Es besteht die Möglichkeit, mehr als die ursprüngliche Einlage zu verlieren. Deshalb sind diese Produkte evtl. nicht für jeden Anleger/Investor geeignet. Bitte informieren Sie sich ausführlich zu diesen Produkten und/oder ziehen Sie einen unabhängigen Finanzberater hinzu.

Der Webseitenbetreiber kann von den auf dieser Website Werbetreibenden anhand Ihrer Interaktion mit den Werbeanzeigen oder Werbetreibenden vergütet werden.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Webseite enthalten Einschätzungen der Autoren zum Marktverhalten stellen keine Finanzberatung und keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten dar, sondern sind lediglich eine persönliche Einschätzung. Wenn Sie die die Einschätzung des Autors in Ihre Entscheidung einfließen lassen, geschieht dies ausschließlich auf Ihr eigenes Risiko. Wenn Sie den Handel mit Finanzprodukten ausüben, müssen Sie sich darüber bewusst sein, dass ein Verlust bis zur Höhe Ihrer gesamten Einlage entstehen kann. Machen Sie sich aktiv mit dem Handel und den Eigenschaften der Instrumente, insbesondere bei gehebelten Derivaten, vertraut und/oder lassen Sie sich unabhängig beraten, bevor Sie eigenes Geld anlegen und verwenden Sie nur Kapital, dessen Verlust Sie sich leisten können.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.