Was ist ein Index?
Indizes begegnen uns in vielen Bereichen des Lebens. Sie helfen dabei, mehrere einzelne Werte zu einer einzigen Kennzahl zusammenzufassen.
Ein bekanntes Beispiel ist der Notendurchschnitt in der Schule oder im Studium. Statt jede einzelne Note zu betrachten, zeigt eine einzige Zahl schnell, wie die Gesamtleistung aussieht.
An der Börse erfüllen Indizes eine ganz ähnliche Aufgabe. Ein Index an der Börse fasst die Entwicklung vieler einzelner Werte zu einem übersichtlichen Gesamtbild zusammen. In den Nachrichten wird häufig über wichtige Börsenindizes berichtet, da sie einen schnellen Überblick über die Entwicklung eines Marktes geben.
Neben bekannten Aktienindizes existieren jedoch auch viele andere Indizes, beispielsweise für Währungen, Rohstoffe oder die erwartete Schwankungsbreite eines Marktes. Welche Funktion ein Index hat und wie er funktioniert, erklären wir in diesem Artikel.
Die Zusammensetzung eines Index
In einem Index wird eine bestimmte Gruppe von Vermögenswerten – der sogenannte Korb – zusammengefasst und deren Wertentwicklung in einem Gesamtbild dargestellt.
Bei einem klassischen Aktienindex besteht dieser Korb aus einer Auswahl von Aktien. Welche Unternehmen in einen solchen Index aufgenommen werden, hängt von bestimmten Kriterien ab. Dazu können beispielsweise die Größe eines Unternehmens, seine Marktkapitalisierung oder das Handelsvolumen der Aktie gehören.
Neben Aktienindizes existieren jedoch auch andere Arten von Indizes. So gibt es beispielsweise Währungsindizes, die die Stärke einer Währung gegenüber mehreren anderen Währungen messen, oder Volatilitätsindizes, die die erwartete Schwankungsintensität eines Marktes widerspiegeln.
Gewichtung der Index-Bestandteile
Welchen Einfluss die einzelnen Bestandteile auf den Kurs eines Index haben, hängt davon ab, nach welcher Methode die Werte im Index gewichtet werden. Dafür existieren verschiedene Ansätze.
Gleichgewichteter Index
Die Bestandteile in einem gleichgewichteten Index erhalten alle die gleiche Gewichtung. Kriterien wie beispielsweise der Aktienkurs einzelner Bestandteile haben somit keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Index.
Da sich die Kurse der einzelnen Bestandteile unterschiedlich entwickeln, muss die Gewichtung in solchen Indizes regelmäßig angepasst werden, um die Gleichverteilung beizubehalten.
Nach Preis oder Kurs gewichteter Index
Bei einem preisgewichteten Index hängt der Einfluss eines Bestandteils direkt von seinem Kurs ab. Aktien mit einem höheren Kurs haben dadurch einen größeren Einfluss auf die Entwicklung des Index.
Bekannte Beispiele für preisgewichtete Indizes sind der US-amerikanische Dow Jones Industrial Average oder der japanische Nikkei 225.
Nach Marktkapitalisierung gewichteter Index
Bei dieser Methode wird die Anzahl der ausgegebenen Aktien eines Unternehmens mit dem aktuellen Aktienkurs multipliziert. Das Ergebnis entspricht der Marktkapitalisierung des Unternehmens.
Die Gewichtung einer Aktie im Index ergibt sich dann aus ihrem Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung aller im Index enthaltenen Unternehmen.
Nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteter Index
Diese Methode ähnelt der Gewichtung nach Marktkapitalisierung. Allerdings werden hierbei nur die Aktien berücksichtigt, die sich tatsächlich im freien Handel befinden.
Aktien, die beispielsweise von Unternehmensgründern, Großaktionären oder dem Staat gehalten werden und nicht aktiv am Markt gehandelt werden, werden aus der Berechnung herausgerechnet. Dadurch spiegelt der Index stärker die tatsächlich handelbaren Aktien wider.
Zu den Indizes, die nach dieser Methode gewichtet werden, gehören beispielsweise der US-amerikanische S&P 500 oder der deutsche Leitindex DAX.
Investieren in einen Index
Die direkte Investition in einen Index wie den Dow Jones oder den DAX ist nicht möglich, da ein Index zunächst nur eine Kennzahl darstellt.
Wer in einen Index investieren möchte, muss daher auf Finanzprodukte zurückgreifen, die die Entwicklung eines Index nachbilden. Das bekannteste Beispiel hierfür sind börsengehandelte Indexfonds, besser bekannt als ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bilden die Wertentwicklung eines Index möglichst genau ab und ermöglichen es Anlegern, an der Entwicklung eines gesamten Marktes teilzuhaben.
Eine weitere Möglichkeit ist der Handel mit Derivaten auf Indizes. Dabei handelt es sich häufig um gehebelte Finanzprodukte, mit denen Trader auf steigende oder fallende Kurse eines Index spekulieren können.
Aufgrund der enthaltenen Hebelwirkung und der damit verbundenen Risiken sind solche Produkte jedoch komplexe Instrumente. Sie sind daher nicht für alle Anleger geeignet und werden in der Regel eher für kurzfristige Handelsstrategien genutzt.
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