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Das Ausbleiben neuer Angriffe führt zu Optimismus bei den Bullen.
Das Ausbleiben neuer Angriffe führt zu Optimismus bei den Bullen.

Märkte im Aufwind – Straße von Hormus vor entscheidender Phase

Die Finanzmärkte zeigen sich nach den jüngsten geopolitischen Spannungen überraschend stabilisiert. Nachdem die Lage rund um die Straße von Hormus in den vergangenen Tagen noch von deutlichen Risikoaufschlägen geprägt war, sorgt aktuell vor allem das Ausbleiben unmittelbarer militärischer Aktionen für eine spürbare Entspannung.

Auslöser der jüngsten Bewegung war unter anderem die Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach der Iran weiterhin an einem Abkommen interessiert sei. Bereits in den vergangenen Wochen hatten ähnliche Signale wiederholt kurzfristige Erholungen ausgelöst, die sich im weiteren Verlauf jedoch als nicht nachhaltig erwiesen.

Ausbleiben neuer Angriffe als positives Signal

Im aktuellen Fall zeigt sich jedoch ein möglicher Unterschied: Trotz der inzwischen gestarteten Blockade iranischer Ölexporte und anhaltender gegenseitiger Drohungen kam es bislang zu keinen bestätigten militärischen Zwischenfällen auf See. Auch über neue Angriffe auf Teheran oder Militärstützpunkte im Iran wird derzeit nicht berichtet. Damit bleibt der Waffenstillstand stabil und eine unmittelbare Eskalation zunächst aus, was von den Märkten als vorsichtig positives Signal interpretiert wird.

Entscheidend dürfte nun sein, wie sich die Lage in den kommenden 24 bis 48 Stunden entwickelt. Beobachter gehen davon aus, dass Iran in dieser Phase versuchen könnte, die tatsächliche Durchsetzung der Blockade auf See zu testen, ohne dabei sofort eine offene militärische Konfrontation zu riskieren.

Sollte es in diesem Zeitraum dennoch zu keinen Zwischenfällen oder militärischen Auseinandersetzungen kommen, könnte dies die aktuelle Marktstabilisierung weiter stützen. Gleichzeitig bleibt offen, ob es sich dabei um eine nachhaltige Deeskalation oder lediglich um eine vorübergehende Phase ohne unmittelbare militärische Aktionen handelt.

Ölpreis fällt deutlich

Nachdem die Ölpreise bereits am gestrigen Morgen am Spot-Markt unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel gefallen waren, folgten nun auch die Futures. Mai-Futures auf WTI-Rohöl verlieren aktuell rund 1,60 % und notieren am Morgen bei etwa 97,50 US-Dollar. Futures auf die Nordseesorte Brent geben um 0,41 % nach und liegen aktuell bei rund 98,95 US-Dollar je Barrel.

Fallender Ölpreis stützt den Aktienmarkt

Am Aktienmarkt bestimmen aktuell die Aussicht auf eine mögliche weitere Deeskalation und der fallende Ölpreis die Stimmung. Nachdem die Märkte gestern infolge der gescheiterten Verhandlungen zunächst deutlich tiefer in die Woche gestartet waren, drehte die Stimmung im Verlauf des Nachmittags spürbar. Die europäischen Indizes konnten ihre Verluste bis zum Handelsschluss weitgehend aufholen, während US-Indizes bis zum Abend deutlich in die Gewinnzone vordrangen.

Im vorbörslichen Handel zeigt der deutsche Leitindex DAX aktuell ein solides Plus von 0,76 % bei rund 24.103 Punkten. Der Euro Stoxx 50 legt vorbörslich um 0,68 % zu, während der französische CAC 40 mit einem Plus von 0,20 % nur moderat steigt.

Futures auf US-Indizes zeigen am Morgen hingegen nur wenig Bewegung, nachdem sie den gestrigen Handelstag bereits mit deutlichen Gewinnen abgeschlossen hatten.

Dow Jones erlebt deutliche Erholung
Nach einen schwachen Wochenstart kann sich der Dow Jones deutlich erholen. | Chart-Quelle: TradingView

Schwächerer US-Dollar, fester Goldpreis

Der fallende Ölpreis und der damit einhergehende geringere Bedarf an US-Dollar im globalen Handel belasten die US-Währung. Gegenüber dem Euro notiert der Dollar aktuell bei 1,1780 und verliert damit im Tagesvergleich rund 0,18 %. Auch das Währungspaar USD/JPY entfernt sich wieder von der Marke bei 160 und notiert mit einem Minus von 0,21 % bei etwa 159,09.

Der Goldpreis kann hingegen von der Dollar-Schwäche profitieren. Nachdem er gestern noch bei rund 4.650 US-Dollar je Feinunze in die Woche gestartet war, notiert er aktuell bei etwa 4.786 US-Dollar und nähert sich erneut dem Widerstand im Bereich von 4.800 US-Dollar.

Bitcoin und Altcoins im Aufwind

Am Kryptomarkt zeigt sich am heutigen Morgen eine deutliche Erholung. Bitcoin steigt aktuell um rund 5,45 % und kann mit einem Kurs von etwa 74.621 US-Dollar nach vier Wochen erstmals wieder über die Marke von 74.000 US-Dollar steigen.

Noch stärker präsentiert sich Ethereum. Die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung legt um rund 9,2 % zu und notiert aktuell bei etwa 2.385 US-Dollar. Damit gehört ETH derzeit zu den stärksten Performern unter den großen Kryptowährungen.

Viel Hoffnung, aber fragile Märkte

Der aktuelle Rückgang der Ölpreise und die Erholung an den Börsen beruhen offenbar weitgehend auf der Hoffnung, dass die derzeit ruhige Lage zu einer nachhaltigen Entspannung in der Region führen könnte. Gleichzeitig bleibt unklar, ob und in welchem Umfang im Hintergrund tatsächlich weiter verhandelt wird.

Solange es keine konkreten Fortschritte oder bestätigten Vereinbarungen gibt, bleibt die Lage fragil. Damit besteht weiterhin das Risiko, dass die aktuelle Erholung – ähnlich wie in den vergangenen Wochen – bei einer erneuten Eskalation schnell wieder an Dynamik verlieren könnte.

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