Nach der deutlichen Erholung am Dienstag zeigt sich am Mittwochmorgen bereits wieder Zurückhaltung an den Finanzmärkten. Nachdem sich der Ölpreis nach seinem Spike zu Wochenbeginn stabilisiert hatte und Aktienindizes in der Folge zulegen konnten, scheint nun eine gewisse Ernüchterung einzusetzen.
Am Montag hatte der Ölpreis für die Sorte WTI zwischenzeitlich ein Hoch von rund 113 US-Dollar erreicht. Inzwischen hat sich der Preis wieder deutlich beruhigt und notiert aktuell bei etwa 85 US-Dollar je Barrel – sogar leicht unter dem Niveau der Vorwoche.
Neue Zweifel an schneller Entspannung
Ein möglicher Grund für die vorsichtigere Stimmung könnte sein, dass sich die Hoffnungen auf ein schnelles Ende der militärischen Auseinandersetzung im Iran als zu optimistisch erweisen könnten. Aussagen vom Wochenbeginn, wonach der Krieg praktisch beendet sei, hatten an den Märkten zunächst für deutliche Erleichterung gesorgt.
Inzwischen sorgen jedoch neue Berichte über mögliche militärische Aktivitäten im Persischen Golf wieder für Unsicherheit. Meldungen über einen Versuch, die Straße von Hormus zu verminen, könnten auf eine mögliche Verschärfung der Lage im wichtigen Öltransitgebiet hindeuten.
Eine Störung dieser zentralen Handelsroute würde die Versorgung mit Rohöl erheblich beeinträchtigen und könnte damit auch Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben.
DAX startet schwächer in den Handel
Vor diesem Hintergrund zeigen sich die europäischen Börsen zum Handelsstart schwächer. Der DAX notiert aktuell rund 1,05 Prozent im Minus und ist damit wieder deutlich unter die Marke von 24.000 Punkten gefallen.
Auch der Euro Stoxx 50 gibt nach und verliert derzeit etwa 43 Punkte beziehungsweise rund 0,75 Prozent.
Unterstützung durch Konjunkturdaten bleibt ebenfalls aus. Der am Morgen veröffentlichte Verbraucherpreisindex (VPI) lag mit 1,9 Prozent im Rahmen der Erwartungen und lieferte damit keinen neuen Impuls für die Märkte.
Dollar etwas stärker, Gold gibt nach
Am Devisenmarkt zeigt sich der US-Dollar leicht fester. Der Dollar-Index legt aktuell etwa 0,11 Prozent zu. Das Währungspaar EUR/USD hält sich dennoch weiterhin über der Marke von 1,16.
Der Goldpreis gibt im frühen Handel etwas nach und notiert derzeit bei rund 5.190 US-Dollar je Feinunze, was einem Minus von knapp einem Prozent entspricht.
Auch am Kryptomarkt zeigt sich bislang wenig Bewegung. Bitcoin bewegt sich weiterhin nahe der oberen Begrenzung seiner zuletzt etablierten Handelsspanne bei aktuell rund 69.600 US-Dollar.
Fazit
Nach der deutlichen Erholung vom Vortag scheint an den Märkten zunächst eine Phase der Konsolidierung einzusetzen. Neue geopolitische Unsicherheiten im Persischen Golf könnten die Anleger derzeit etwas vorsichtiger agieren lassen.
Ob es sich dabei lediglich um eine kurzfristige Verschnaufpause oder um eine erneute Richtungsänderung an den Märkten handelt, dürfte weiterhin stark von der weiteren Entwicklung der geopolitischen Lage abhängen.