Die internationalen Finanzmärkte zeigen sich erleichtert über mögliche Anzeichen einer Entspannung im Konflikt mit dem Iran. Besonders deutlich wird diese Reaktion am Energiemarkt: Der Ölpreis ist seit seinem gestrigen Tageshoch massiv eingebrochen.
Ölpreis verliert rund 30 Prozent vom Tageshoch
Der Preis für Rohöl ist inzwischen wieder auf das Niveau vom vergangenen Freitag zurückgefallen. Vom gestrigen Hoch aus gerechnet entspricht dies einem Rückgang von rund 32 US-Dollar beziehungsweise knapp 30 Prozent.
Auslöser für die deutliche Bewegung war die zunehmende Hoffnung, dass eine Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus vorerst vom Tisch sein könnte. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass die iranische Marine nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen offenbar weitgehend ausgeschaltet wurde.
Zusätzliche Unterstützung erhielt diese Einschätzung durch Aussagen des US-Präsidenten, der erklärte, der Krieg im Iran sei „so gut wie beendet“.
Entspannung am Energiemarkt stützt die Börsen
Der starke Rückgang der Energiepreise sorgte zugleich für eine deutliche Stabilisierung an den Aktienmärkten. Sinkende Ölpreise gelten für viele Unternehmen als Entlastung, da sie Produktions- und Transportkosten reduzieren oder zumindest einen weiteren Anstieg verhindern.
Gleichzeitig könnte eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten auch die Sorge vor unterbrochenen Lieferketten verringern. Diese Faktoren sorgten bereits gestern Abend für eine klare Erholung an den Börsen.
Mehrere wichtige Indizes konnten ihre Verluste aus dem frühen Handel weitgehend ausgleichen.
Positive Vorgaben aus Asien und steigende Futures
Auch die Vorgaben aus dem asiatischen Handel fallen deutlich positiv aus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 beendete den Handel mit einem Plus von exakt 3,0 Prozent beziehungsweise 1.579 Punkten.
In Europa deuten die Futures ebenfalls auf einen freundlichen Start hin. Die DAX-Futures liegen im vorbörslichen Handel rund 1,68 Prozent im Plus.
In den USA fällt der Anstieg bei den Index-Futures moderater aus. Sie notieren aktuell im Durchschnitt etwa 0,2 Prozent höher. Hintergrund ist, dass sich die US-Indizes bereits im späten Handel des Vortages deutlich erholt hatten.
Schwächerer Dollar stützt Goldpreis
Parallel zur Erholung an den Aktienmärkten zeigt sich der US-Dollar etwas schwächer. So ist der Kurs des Währungspaares EUR/USD wieder über die Marke von 1,16 gestiegen..
Davon profitiert unter anderem der Goldpreis. Das Edelmetall legt derzeit rund 1,6 Prozent zu und notiert bei etwa 5.185 US-Dollar je Feinunze.
Auch der Kryptowährungsmarkt steht im Fokus. Bitcoin, oft als „digitales Gold“ bezeichnet, testet erneut die Marke von 70.000 US-Dollar, nachdem ein nachhaltiger Ausbruch über diese Schwelle zuletzt nicht gelungen war.
Fazit
Die Beruhigung der Lage im Persischen Golf und die Aussicht auf ein mögliches baldiges Ende der militärischen Auseinandersetzungen lassen die Märkte seit gestern spürbar aufatmen. Daraus könnte sich die Chance auf eine nachhaltigere Erholung an den Börsen ergeben.
Gleichzeitig bleibt die Situation fragil. Schon der Anschein eines erneuten Aufflammen des Konflikts könnte wieder zu deutlichen Reaktionen an den Finanzmärkten führen.