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Die Entwicklung im Nahen Osten hält die Finanzmärkte in Atem.
Die Entwicklung im Nahen Osten hält die Finanzmärkte in Atem.

Der Markt am Morgen: Iran-Krieg gibt die Richtung vor (02. März 2026)

Nach mehr als 2 Tagen Eskalation im Nahen Osten und dem Start der neuen Handelswoche lässt sich eine erste Einschätzung der Marktreaktionen vornehmen, nachdem die Märkte in Asien und Europa geöffnet haben. Die Nachrichtenlage ist volatil, aber klar auf geopolitische Risiko-Prämien ausgerichtet.

Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran hat sich in den letzten Stunden auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. In Folge regionaler Angriffe sollen auch wichtige Ölinfrastrukturen wie die Ras Tanura-Raffinerie in Saudi-Arabien betroffen worden sein; die Anlage wurde nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt. Weitere Koordinaten der Angriffe sollen mehrere große Hafenstädte und Einrichtungen in den Emiraten, Katar und Oman betroffen haben. Diese Entwicklung lässt den Markt geopolitische Risiken stärker bewerten, auch wenn die Lage nach wie vor dynamisch bleibt und eindeutige Wirkungen auf Angebotsseiten noch nicht abschließend beurteilt werden können.

Ölpreis weiter im Fokus

Der Ölmarkt blieb am Morgen erneut im Zentrum der Bewegungen. Zwar befindet sich WTI aktuell unter dem Widerstand bei rund 73 USD je Barrel, doch die anhaltende geopolitische Unsicherheit dürfte weiterhin Risikoprämien im Preis implizieren.

Marktreaktionen nach den Angriffen haben in vielen Regionen zu stark gestiegenen Schiffskosten, gestörten Lieferketten und vorsichtigen Risikoeinschätzungen geführt. Experten warnen, dass das Risiko-Szenario für Ölpreise weiterhin offen sei, je nachdem, ob wichtige Transitwege wie die Straße von Hormus nachhaltig beeinträchtigt werden oder nicht.

Analysten hatten in den vergangenen Tagen bereits darauf hingewiesen, dass bei anhaltender Eskalation Ölpreise deutlich über frühere Marken hinweg steigen könnten, auch jenseits von 100 USD pro Barrel, wenn sich Angebotssorgen mit logistischen Hürden verbinden.

WTI Ölpreis am Widerstand bei 73 Dollar
Nachdem der WTI-Ölpreis den Handel bei 75 USD begonnen hat, bildet die 73 USD-Marke aktuell einen Widerstand | Chart-Quelle: TradingView

Gold: Safe Haven weiter gefragt

Am Rohstoffmarkt zeigte der Goldpreis ebenfalls Stärke: Die Marke um 5.410 USD wirkte im Morgenhandel als technischer Widerstand, doch defensive Risikoaversion könnte Gold längerfristig unterstützen. Die Nachfrage nach vermeintlich risikoarmen Anlagen blieb in dieser Phase erhöht, da Anleger Unsicherheit vor drohender weiterer Eskalation preisen.

Während Gold nicht ohne Fundamentaldaten reagiert, deuten Preisbewegungen darauf hin, dass Risikoaversion und Zuflüsse in Schutzwerte derzeit dominieren.

Aktienmärkte: Regionale Schwäche stärker ausgeprägt

Am Aktienmarkt tendierten europäische und asiatische Indizes spürbar schwächer als ihre US-Pendents, was darauf hindeuten dürfte, dass Anleger regionale Risiko-Risiken höher gewichten. Während US-Futures sich vergleichsweise stabiler zeigten, deuteten breitere Abschläge in Europa auf ein stärker ausgeprägtes Risiko-Off-Sentiment hin.

In der Golfregion meldeten einige Börsen erhebliche Verluste, etwa in Saudi-Arabien, wo der lokale Index im Minus notierte und Ölkonzerne zwar relative Stärke zeigten, aber der Gesamtmarkt unter Druck blieb.

Fazit – Fortgesetzte Unsicherheit bleibt marktbestimmend

Nach dem Eröffnungs-Update lässt sich festhalten, dass die Reaktionen an den Märkten zwar ausgeprägt, aber bisher noch begrenzt ausfallen. Die Marktbewegungen wirken durch Risiko-Bewertungen geprägt, nicht durch grundlegende Strukturveränderungen.

Ob sich daraus eine anhaltende Trendbewegung ergibt, dürfte wesentlich davon abhängen, ob aus der geopolitischen Eskalation reale wirtschaftliche Störungen entstehen – etwa durch anhaltende Auswirkungen auf Energie- und Transportwege. Angesichts der dynamischen Nachrichtenlage erscheinen weiter steigende Risikoaufschläge in den Kursen aktuell nicht ausgeschlossen.

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