Konnten die Märkte am Freitag noch eine deutliche Erholung verzeichnen und Aktienindizes neue Allzeithochs erreichen, steht zum Wochenstart alles wieder auf Anfang. Die am Freitag verkündete Öffnung der Straße von Hormus wurde bereits am Samstag wieder für beendet erklärt.
Verschärft wurde die Situation dadurch, dass die US-Marine einen iranischen Containerfrachter beschossen und geentert hat, als er die Blockade durchbrechen wollte. In der Folge stieg der Ölpreis zum Handelsstart um bis zu 7 %, während die Aktienindizes unter Druck geraten.
Ölpreis nach Handelsstart stabil auf gestiegenem Niveau
Durch die erneute Verschärfung der Situation am Persischen Golf hat der Ölpreis deutlich zugelegt, in der Spitze um bis zu 7 %. Da nach dem Entern des iranischen Frachters durch die US-Marine die befürchtete Eskalation jedoch ausgeblieben ist, hat der Ölpreis leicht nachgegeben und sich auf erhöhtem Niveau stabilisiert.
US-Öl der Sorte WTI wird am Spot-Markt aktuell für rund 86,89 US-Dollar je Barrel gehandelt, was einem Anstieg von rund 5,3 % entspricht. Der Preis für die Nordseesorte Brent ist am Spot-Markt wieder über die Marke von 90 US-Dollar je Barrel gestiegen und wird mit einem Anstieg von rund 4,8 % bei 91,20 US-Dollar gehandelt.
Der aktuell relativ stabile Ölpreis könnte ein Hinweis darauf sein, dass weiterhin Hoffnung auf eine durch Pakistan vermittelte Lösung im Konflikt besteht.
Aktienmarkt nach befürchteter Eskalation erneut unter Druck
Die Aktienmärkte haben die erneute Wendung der Situation am Persischen Golf mit Besorgnis über wieder steigende Energiepreise aufgenommen. Diese würden insbesondere in Europa die Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusätzlich belasten.
Der deutsche Leitindex DAX verzeichnet aktuell ein deutliches Minus von rund 1,35 % oder 331 Punkten bei einem Stand von 24.367 Punkten. Im gleichen Bereich bewegt sich der Euro Stoxx 50, der bei aktuell 5.976 Punkten rund 1,34 % oder 81,8 Punkte verliert.
Der US-Markt eröffnet hingegen am Montag mit einem verhaltenen Minus nahe der Nulllinie oder knapp darüber. Der Dow Jones steigt kurz nach Handelsstart 0,04 %, der S&P 500 verliert 0,2 % und der Nasdaq 100 notiert rund 0,27 % niedriger. Damit zeigt sich der US-Markt zunächst deutlich resilienter gegenü.er dem Konflikt als der europäische Markt.
US-Dollar zunächst stärker, Goldpreis gibt nach
Der US-Dollar konnte zum Start der neuen Handelswoche zunächst von den steigenden Ölpreisen und dem daraus resultierenden höheren Bedarf an US-Währung profitieren. Nachdem sich die Preise jedoch stabilisiert hatten, kehrte er gegenüber den meisten Währungen wieder auf das Niveau vom Freitag zurück.
Das Währungspaar EUR/USD notiert aktuell bei rund 1,1763 und verzeichnet damit ein minimales Minus von 0,01 %.
Der Goldpreis war zum Handelsstart wieder deutlich unter die Marke von 4.800 US-Dollar je Feinunze gefallen. Aktuell kann er diese Marke zurückerobern, verzeichnet bei 4.804 US-Dollar jedoch weiterhin ein Minus von rund 1,2 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.
Bitcoin und Altcoins geben einen Teil ihrer Gewinne wieder ab
Auch die Kryptowährungen geraten durch die erneut verschärfte Situation im Konflikt am Persischen Golf wieder unter Druck. Nachdem Bitcoin am Freitag kurzzeitig über die Marke von 78.000 US-Dollar gestiegen war, notiert die Kryptowährung aktuell bei rund 75.230 US-Dollar.
Auch Ethereum hat sich wieder von seinem jüngsten Höchststand bei 2.465 US-Dollar entfernt und notiert derzeit bei rund 2.317 US-Dollar.
Zwischen Eskalation und Entspannung – Märkte ohne klare Richtung
Die aktuelle Marktentwicklung zeigt erneut, wie schnell sich die Stimmung im Umfeld des Konflikts am Persischen Golf drehen kann. Während Hoffnungen auf eine Entspannung kurzfristig für Erholung sorgen, führen neue Eskalationsschritte unmittelbar zu steigenden Risikoaufschlägen.
Solange sich an diesem Muster nichts ändert und konkrete Fortschritte in Richtung einer nachhaltigen Lösung ausbleiben, dürfte das Marktumfeld von hoher Unsicherheit geprägt bleiben. Kurzfristige Bewegungen werden damit weiterhin stark von einzelnen Nachrichten bestimmt, während eine verlässliche Trendbildung schwierig bleibt.