Sprache auswählen

Aktuelle Infos und Nachrichten von den Finanzmärkten

Das Zoll-Urteil des US-Supreme Court verunsichert die Märkte
Das Zoll-Urteil des US-Supreme Court verunsichert die Märkte am Montag zunächst.

US-Zoll-Urteil festigt Gold über 5.100 USD – Dollar & Indizes unter Druck (23.02.2026)

Der Wochenstart wird von dem Urteil des Supreme Court zu US-Zöllen dominiert, das die Marktteilnehmer verunsichert. Gold stabilisiert sich in der Folge über 5.100 USD, während der US-Dollar, die Indizes und Bitcoin zunächst unter Druck geraten. Bitcoin fällt in der Nacht auf rund 64.400 USD, zeigt aber Zeichen einer Erholung. Hier eine Analyse der Marktreaktionen und möglichen Folgen.

Zoll-Urteil des US-Supreme Court und mögliche Folgen

Das Urteil des US-Supreme-Court, das von der Trump Regierung verhängte Zölle für unrechtsmäßig erklärt, wird vom Markt als mögliches Signal für einen anhaltenden bzw. wieder aufflammenden Handelskonflikt interpretiert. Die möglichen Folgen sind vielfältig: Höhere Importpreise könnten die US-Inflation weiter anheizen, die Fed in ihrer hawkishen Haltung bestärken und gleichzeitig Wachstumssorgen in exportabhängigen Volkswirtschaften verstärken. Für risikoreiche Assets (Aktien, Bitcoin) ist das negativ, während Gold als Inflations- und Unsicherheits-Schutz profitiert. Der Ölpreis zeigt bislang keine starke Reaktion, was darauf hindeutet, dass der Markt eine unmittelbare Versorgungsgefahr noch nicht sieht.

Reaktion von Trump und US-Administration

Die US-Administration hat das Urteil bisher verhalten kommentiert. Es gibt Hinweise darauf, dass die Regierung die Entscheidung als Bestätigung ihrer Handelspolitik sieht und weitere Maßnahmen nicht ausschließt. Konkrete Ankündigungen stehen aus, aber die Rhetorik deutet auf eine Fortsetzung des harten Kurses hin. Das erhöht die Unsicherheit für globale Lieferketten und verstärkt den Druck auf den Dollar als „sicheren Hafen“ – paradoxerweise, da höhere Zölle langfristig auch die US-Wirtschaft belasten könnten. Abzuwarten bleibt unter anderem, wie es mit der Vereinbarung über die Zölle zwischen den USA und der EU weitergeht. Wird der einheitliche Zoll in Höhe von 15 % erhalten bleiben, oder könnte die EU-Kommission anstreben, wieder zu den alten Zöllen zurückzukehren, was den Handelskonflikt wieder aufflammen lassen würde.

Goldpreis reagiert mit einem Plus

Der Goldpreis reagiert klassisch: Er steigt über 5.100 USD und stabilisiert sich dort. Der Anstieg wird durch mehrere Faktoren getrieben: Inflationsängste durch höhere Importpreise, geopolitische Unsicherheit und die Funktion als Safe Haven in unsicheren Zeiten. Technisch hat Gold die Zone 5.000–5.100 USD zurückerobert. Die nächsten Widerstände liegen aktuell bei 5.150–5.200 USD, ein Support im Bereich 5.000–4.950 USD. Solange die Zoll-Thematik präsent bleibt, könnte Gold weiterhin von ihr profitieren.

Goldpreis profitiert von Zoll-Urteil in den USA
Der Goldpreis praktisch mit Markteröffnung deutlich über die Marke von 5.100 USD gestiegen. | CHart-Quelle: TradingView

US-Dollar und Indizes nach Urteil unter Druck

Der US-Dollar zeigte eine gemischte Reaktion. Mit Handelsstart in der Nacht kletterte der Kurs von EUR/USD über die 1,18-Marke, während die Indizes fast instant Verluste verzeichneten. In der Nacht stabilisierten sich die Indizes, und aktuell zeigen sie leichte Anzeichen einer Erholung. Kurzfristig könnte der Dollar von der Flucht in „sichere“ Währungen noch profitieren, mittelfristig könnten höhere Zölle jedoch Wachstum bremsen und die Fed zu einer weicheren Haltung zwingen – das würde den Dollar belasten. Die Indizes (S&P 500, Nasdaq, DAX) gaben vorbörslich nach, da höhere Importkosten die Unternehmensgewinne drücken könnten. Exportorientierte und zyklische Sektoren sind besonders betroffen.

Bitcoin steckt den nächsten Schlag ein

Bitcoin verzeichnet in der Nacht einen Rücksetzer bis rund 64.400 USD, erholt sich aber auf etwa 65.700 USD. Die Reaktion ist typisch für Risiko-Assets: Zunächst Abverkauf durch Unsicherheit, dann Stabilisierung, sobald klar wird, dass keine unmittelbare Eskalation droht. Bitcoin bleibt volatil – eine anhaltende Zoll-Krise könnte den „digitalen Gold“-Narrativ stärken, aber kurzfristig überwiegen die Risikoaversion.

Fazit

Das Zoll-Urteil wirkt wie ein Katalysator für Unsicherheit. Gold profitiert als klassischer Safe Haven, während risikoreiche Assets (Indizes, Bitcoin) zunächst leiden. Mittelfristig hängt viel davon ab, ob die Administration das Urteil als Freibrief für weitere Zölle sieht oder ob es zu Verhandlungen kommt. Trader sollten die Entwicklung der Importpreise, Inflationserwartungen und die Reaktion der Fed genau beobachten. Gold bleibt in diesem Umfeld der defensivste Play, während der Ölpreis und Bitcoin stärker von geopolitischen Schlagzeilen abhängen.

Wer die Kurse live verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.

Related Articles

Risikohinweis: Der Handel mit CFDs und anderen gehebelten Finanzprodukten auf Margin und Derivaten ist immer mit einem hohen Risiko behaftet. Es besteht die Möglichkeit, mehr als die ursprüngliche Einlage zu verlieren. Deshalb sind diese Produkte evtl. nicht für jeden Anleger/Investor geeignet. Bitte informieren Sie sich ausführlich zu diesen Produkten und/oder ziehen Sie einen unabhängigen Finanzberater hinzu.

Der Webseitenbetreiber kann von den auf dieser Website Werbetreibenden anhand Ihrer Interaktion mit den Werbeanzeigen oder Werbetreibenden vergütet werden.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Webseite enthalten Einschätzungen der Autoren zum Marktverhalten stellen keine Finanzberatung und keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten dar, sondern sind lediglich eine persönliche Einschätzung. Wenn Sie die die Einschätzung des Autors in Ihre Entscheidung einfließen lassen, geschieht dies ausschließlich auf Ihr eigenes Risiko. Wenn Sie den Handel mit Finanzprodukten ausüben, müssen Sie sich darüber bewusst sein, dass ein Verlust bis zur Höhe Ihrer gesamten Einlage entstehen kann. Machen Sie sich aktiv mit dem Handel und den Eigenschaften der Instrumente, insbesondere bei gehebelten Derivaten, vertraut und/oder lassen Sie sich unabhängig beraten, bevor Sie eigenes Geld anlegen und verwenden Sie nur Kapital, dessen Verlust Sie sich leisten können.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.