Der Markt startet verhalten in die neue Woche: Japan liefert mit dem BIP für Q4 eine klare Enttäuschung, europäische Indizes bewegen sich bei dünner Nachrichtenlage leicht positiv, Gold pendelt weiter um die 5.000-USD-Marke und Bitcoin scheitert erneut an der 70.000-USD-Hürde. Der US-Markt ist heute wegen Presidents' Day geschlossen, China und große Teile Asiens wegen Lunar New Year die gesamte Woche. Hier ein aktueller Überblick.
Japan: BIP Q4 deutlich unter Erwartung – Yen schwächer, Nikkei leicht erholt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans für das vierte Quartal 2025 enttäuschte die Märkte heute Morgen deutlich. Nach einem Rückgang von -2,6 % im Vorquartal (y/y) hatten Analysten einen kräftigen Rebound auf +1,6 % erwartet. Tatsächlich wurden nur +0,2 % gemeldet. Auch im Quartalsvergleich (q/q) lag die reale Zahl mit +0,1 % weit unter den prognostizierten +0,4 %.
Die Reaktion war zunächst negativ: Der Yen gab gegenüber dem US-Dollar um ca. -0,4 % nach und gegenüber dem Euro um -0,35 %. Der Nikkei 225 fiel in der ersten Handelsstunde um bis zu -0,8 %, konnte sich aber inzwischen leicht erholen und notiert aktuell nur noch -0,22 % im Minus. Die enttäuschenden Zahlen nähren Zweifel an der Stärke der japanischen Konjunktur und könnten die Bank of Japan (BoJ) weiter unter Druck setzen, ihre extrem lockere Geldpolitik nicht zu schnell zu straffen.
Europa: Dünne Nachrichtenlage – leichte Pluszeichen, IBEX 35 sticht heraus
Bei dünner Nachrichtenlage tendieren die europäischen Indizes heute Morgen leicht positiv. Der DAX +0,2 %, Euro Stoxx 50 +0,3 %, CAC 40 +0,25 %. Deutlich stärker zeigt sich der spanische IBEX 35 mit aktuell +0,95 %. Der Euro bewegt sich gegenüber dem Dollar kaum (EUR/USD ~1,185), was auf fehlende Impulse hindeutet. Die Märkte warten ab – der Fokus liegt auf dem FOMC-Sitzungsprotokoll am Mittwoch.
Gold & Bitcoin: Richtungssuche – 5.000 USD und 70.000 USD als Schlüsselmarken
Gold hat in der Nacht kurz unter die Marke von 5.000 USD gerutscht, konnte sich aber wieder erholen und notiert aktuell knapp darüber (~5.010–5.020 USD). Der starke US-Dollar und die weiterhin hohen realen Renditen (10-Jahres-Treasury ~4,20–4,24 %) belasten das gelbe Metall weiterhin. Gleichzeitig halten geopolitische Risiken und langfristige Inflationssorgen den Preis stabil. Ein klarer Impuls fehlt – viele Marktteilnehmer warten auf das FOMC-Protokoll am Mittwoch. Ein dovisher Ton könnte Gold wieder Richtung 5.100+ USD schieben; ein hawkisher würde den Druck verstärken.
Bitcoin verhält sich ähnlich: Am Sonntag wurde ein erneuter Versuch unternommen, die 70.000-USD-Marke nachhaltig zu überwinden – gescheitert. Aktuell notiert BTC bei ~66.800–67.200 USD und kämpft mit der schwachen Risikostimmung. Der starke Dollar und die reduzierten Zinssenkungserwartungen (Juni ~50 %) drücken weiter. Technisch bleibt 65.000 USD die nächste wichtige Unterstützung; ein Break darunter könnte weitere Verkäufe auslösen. ETF-Inflows (BlackRock, Fidelity) stützen derzeit, aber ohne neuen Katalysator bleibt die Richtung unklar.
Ausblick: FOMC-Protokoll am Mittwoch als erhoffter Impuls
Heute und morgen bleiben die Märkte dünn besetzt: Presidents' Day in den USA, Lunar New Year in China und Teilen Asiens. Die nächsten echten Impulse sind erst ab Mittwoch zu erwarten – insbesondere das FOMC-Sitzungsprotokoll der letzten Fed-Sitzung. Dovish Töne (z. B. frühere Zinssenkungsdiskussionen, Wachstumssorgen) könnten Risk-On auslösen und Gold, Aktien sowie Kryptos stützen. Ein weiterhin hawkisher Kurs würde den Dollar weiter stärken und Druck auf die risikoreichen Assets ausüben.
Bis dahin bleibt der Markt im „wait-and-see“-Modus. Wer die Kurse live verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.