Volkswagen hat am Morgen des 29. Oktober 2026 für das dritte Quartal einen Verlust von 5,8 Milliarden Euro gemeldet. Neben einem deutlichen Absatzrückgang trugen auch Sondereffekte zu dem kräftigen Einbruch bei.
Absatzkrise in China belastet das Konzernergebnis deutlich
Die weltweiten Auslieferungen sanken im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,3 Prozent auf rund 1,89 Millionen Fahrzeuge. Insbesondere sie Absatzkrise im chinesischen Markt belastet das Ergebnis des Unternehmens. Volkswagen hat hier 38,5 Prozent weniger Fahrzeuge als ein Jahr zuvor ausgeliefert. Der Konzern steht dort unter erheblichem Wettbewerbsdruck und kann sich der rückläufigen Marktentwicklung, insbesondere bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, nicht entziehen.
Sondereffekte belasten das operative Ergebnis
Den größten Anteil an den Sondereffekten hatte eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf den Firmenwert der Porsche AG in Höhe von rund 6,4 Milliarden Euro. Hintergrund ist eine Anpassung der langfristigen Erwartungen an die Geschäftsentwicklung des Sportwagenherstellers. Hinzu kamen weitere Belastungen, darunter Wertberichtigungen auf Vermögenswerte in China und Restrukturierungsaufwendungen. Insgesamt beliefen sich die Sondereffekte im dritten Quartal auf 7,8 Milliarden Euro.
Volkswagen Quartalsbericht – Ergebnis nach Steuern
Das Ergebnis nach Steuern belief sich im dritten Quartal auf minus 5,83 Milliarden Euro, nach einem Verlust von 1,07 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damit hat sich das Quartalsergebnis gegenüber 2025 erheblich verschlechtert. Die hohen Sondereffekte, insbesondere die Abschreibung auf den Firmenwert der Porsche AG, trugen maßgeblich zu diesem Einbruch bei.
Auch im operativen Geschäft zeigt sich die schwierige Lage des Konzerns. In den ersten neun Monaten 2026 verzeichnete Volkswagen einen operativen Gewinn von lediglich 71 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 5,4 Milliarden Euro erzielt worden waren. Das entspricht einem Rückgang um knapp 99 Prozent.
VW Ausblick und Börsenreaktion nach Quartalsbericht
Für das Gesamtjahr rechnet Volkswagen weiterhin mit einer operativen Umsatzrendite von höchstens 1 Prozent. Die Konzernleitung hatte ihre Erwartungen bereits im September deutlich zurückgenommen, nachdem sich die Marktlage insbesondere in China weiter verschlechtert hatte und hohe Sonderbelastungen absehbar geworden waren. Bereinigt um die Sondereffekte würde die operative Umsatzrendite nach Einschätzung des Unternehmens bei rund 4 Prozent liegen.
Die VW-Aktie startete mit einem Minus von rund 2 Prozent in den Handel, konnte die Verluste im weiteren Verlauf jedoch deutlich reduzieren. Zuletzt notierte das Papier noch 1,08 Prozent im Minus. Damit fiel die unmittelbare Reaktion am Aktienmarkt moderater aus, als sich zum Handelsstart andeutete.