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Die Inflation in den USA kühlt ab

VPI-Daten schwächer als erwartet – und der Markt reagiert nicht (Stand 13.02.2026)

Die heute veröffentlichten US-Verbraucherpreise (VPI) sind etwas schwächer ausgefallen als erwartet: Headline-Inflation +2,4 % im Jahresvergleich (Prognose 2,5 %), im Monatsvergleich +0,2 % (Prognose 0,3 %). der CoreVCPI blieb ebenfalls leicht unter den Schätzungen. Auf den ersten Blick ein klares dovishes Signal. Trotzdem bleibt die Marktreaktion mehr als verhalten: Indizes kaum bewegt, Dollar nur minimal schwächer, Gold und Bitcoin geben kaum nach. Warum die VPI-Daten scheinbar wirkungslos an den Märkten vorbeiziehen – und was als Nächstes passieren könnte.

VPI-Zahlen im Detail – leichte Abkühlung, aber nichts Dramatisches

Die VPI-Daten von Januar zeigen eine weitere leichte Entspannung beim Anstieg der Verbraucherpreise:

  • Headline VPI: +2,4 % y/y (erwartet 2,5 %)
  • Headline m/m: +0,2 % (erwartet 0,3 %)
  • Core-VPI (ohne Nahrung & Energie): +3,3 % y/y (leicht unter Erwartung)
  • Core m/m: +0,2 % (ebenfalls unter Prognose)

Besonders die Kerninflation (Core) ist für die Fed entscheidend, weil sie volatile Komponenten herausrechnet. Der Rückgang ist zwar positiv, aber keineswegs dramatisch genug, um die „higher for longer“-Haltung der Fed ernsthaft in Frage zu stellen. Shelter-Kosten und Dienstleistungen bleiben hartnäckig, was die Fed weiter vorsichtig hält.

US-VPI-DChart
Der VPI ist seit Oktober rückläufig. Am Markt geht es aktuell scheinbar spurlos vorbei. | Chart-Quelle: investing.com

Warum die Märkte fast nicht reagieren

Die Reaktion an den Märkten ist entgegen den Erwartungen bei dovishen Daten erstaunlich gedämpft aufgefallen:

  • S&P 500 Futures +0,1 bis +0,3 % (praktisch flat)
  • Nasdaq Futures +0,2 bis +0,4 % (leichte Erholung)
  • 10-Jahres-Rendite -2 bis -4 bp (nur minimaler Rückgang)
  • DXY -0,2 bis -0,3 % (Dollar gibt kaum nach)
  • Gold +0,4 bis +0,6 % (leichter Bounce, bleibt aber unter 5.000 USD)
  • Bitcoin +1 bis +1,5 % (erholt sich etwas, bleibt unter 67.000 USD)

Es gibt mehrere Gründe für diese den Anschein nach gleichgültige Reaktion:

  1. Daten waren schon weitgehend eingepreist
    Die Märkte haben seit Wochen mit einer weiteren Abkühlung gerechnet. Der Januar-NFP-Beat war so stark, dass die VPI-Zahlen eher als Bestätigung des Trends wahrgenommen werden – nicht als neue, überraschende Information.
  2. Fed bleibt „higher for longer“ dominant
    Selbst bei 2,4 % headline bleibt die Kerninflation über 3 %. Die Fed hat in den letzten Wochen sehr klar kommuniziert, dass sie nicht auf einem einzigen guten CPI-Datensatz reagiert. Wahrscheinlichkeit für März-Cut <10 %, Juni ~50–55 %. Das reicht nicht für eine echte Rally.
  3. Technische Faktoren und Sentiment
    Viele Indizes sind nach dem Rücksetzer der letzten Tage technisch überverkauft → leichte Short-Covering-Käufe, aber kein echter Risk-On-Impuls. Gold kämpft weiter mit der 5.000-Dollar-Marke als psychologischem Widerstand. Bitcoin leidet unter dem starken Dollar und fehlender neuer Liquidität (ETF-Inflows moderat).
  4. Warten auf nächste Daten & Fed
    Der Markt schaut jetzt schon auf PPI (morgen) und die Fed-Sitzung nächste Woche. Solange Powell & Co. nicht explizit dovish werden, bleibt die Stimmung vorsichtig.

Trigger für eine Umkehr – was könnte den Markt wirklich drehen?

In der aktuellen Situation könnte eine echte Trendwende nur durch mehrere, klare Signale ausgelöst werden – und die nächsten Tage bieten dafür leider sehr wenig Potenzial:

  • Montag (Presidents' Day) – US-Börsen komplett geschlossen. Gleichzeitig sind China und viele asiatische Märkte wegen des Lunar New Year (Chinesisches Neujahr) größtenteils oder vollständig außer Betrieb – teilweise die ganze Woche. Bis Dienstag/Mittwoch ist mit kaum Bewegung oder neuen Katalysatoren zu rechnen. Zusätzlich sind die Märkte in China wegen dem chinesischen Neujahr in der nächsten Woche geschlossen.
  • Erster realistischer Impuls: FOMC-Protokoll am Mittwoch – das Protokoll der letzten Fed-Sitzung könnte die ersten konkreten Hinweise auf die aktuelle Haltung der Notenbank geben. Dovishe Töne (z. B. Diskussion über frühere Zinssenkungen, Sorgen um Wachstum oder Inflationsabkühlung) wären ein starker Trigger für eine Erholung bei Indizes, Gold und Krypto.
  • Technische Bounce-Möglichkeiten – Solange wichtige Unterstützungen halten (Gold ~4.900 USD, Bitcoin ~65.000 USD, S&P 500 ~6.800 Punkte), könnte allein technisches Short-Covering (Abdecken von Leerverkäufen) für einen temporären Bounce sorgen – auch ohne fundamentale News.
  • Geopolitische Entspannung oder Überraschungen – Positive Nachrichten aus Krisengebieten (Ukraine/Nahost) oder unerwartete Stimulus-Maßnahmen aus China (auch wenn der Markt dort derzeit geschlossen ist) könnten Risk-On auslösen.

Kurz gesagt: Der Markt befindet sich aktuell in einem echten „Warte-Modus“ mit sehr begrenzter Katalysator-Dichte. Die nächsten realistischen Impulse kommen wahrscheinlich erst ab Mittwoch mit dem FOMC-Protokoll – bis dahin bleibt die Volatilität hoch, aber die Richtung unklar. Technische Supports und geopolitische Entwicklungen sind derzeit die einzigen potenziellen Treiber für kurzfristige Bewegung.

Fazit

Die VPI-Daten sind „gut genug“, um die Rezessionsangst fernzuhalten, aber „nicht gut genug“, um die Zinssenkungsfantasie wieder richtig zu befeuern. Das ist die wahrscheinlichste Erklärung für die ausbleibende Reaktion. Der Markt bleibt im „wait-and-see“-Modus – Fed-Signale oder technische Supports klare Richtung geben. Wer die aktuelle Kurse live verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.

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