Die europäischen PKW-Zulassungszahlen für Februar 2026 zeigen ein uneinheitliches Bild: Während Deutschland, Frankreich und die Niederlande deutlich rückläufige Zahlen melden, verbucht Italien ein Plus. Die Daten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die europäische Autoindustrie ohnehin unter Druck steht – und der erneut aufkeimende Zollkonflikt mit den USA wirft bereits seine Schatten voraus. Hier die wichtigsten Zahlen und mögliche Folgen.
Die aktuellen Zulassungszahlen im Überblick
Nach den gestern veröffentlichten Zahlen (Quelle: ACEA und nationale Behörden) entwickelten sich die Neuzulassungen in den wichtigsten Märkten wie folgt (y/y):
- Deutschland: -6,6 % ggü. Vorjahr
- Frankreich: -6,6 % ggü. Vorjahr
- Niederlande: -6,2 % ggü. Vorjahr
- Italien: +6,7 % ggü. Vorjahr (einziges großes Plus in Westeuropa)
Die Monatsveränderungen (m/m) unterstreichen die Dramatik besonders: Deutschland -21 %, Frankreich -39 %, Niederlande -41 %. Italien zeigt hier ein moderates Plus. Gesamteuropäisch liegen die Zulassungen im Februar 2026 damit etwa 4–5 % unter dem Vorjahresniveau. Besonders schwach: Elektro- und Hybridfahrzeuge in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden (-18 bis -22 %), während reine Verbrenner in Italien weiter zulegen.
Mögliche Gründe und Folgen für die Autoindustrie
Die Rückgänge in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sind kein Einzelfall, sondern setzen einen Trend fort: Hohe Energiepreise, steigende Finanzierungskosten, Kaufzurückhaltung bei Privatkunden und ein schwächeres Firmengeschäft (Leasing) belasten die Nachfrage. Italien profitiert dagegen von staatlichen Förderungen für Verbrenner und einem robusten Gebrauchtwagenmarkt, der Neuwagenkäufe stützt.
Für die europäischen Hersteller bedeutet das:
- VW, BMW, Mercedes: Starke Abhängigkeit von Deutschland und Frankreich → Margendruck und mögliche Produktionskürzungen in Wolfsburg, München und Stuttgart
- Stellantis: Italienisches Plus federt den Rückgang in Frankreich etwas ab, aber insgesamt weiter unter Druck. Stellantis hat seine Strategie kürzlich wieder an den tatsächlichen Markt angepasst (mehr Fokus auf Verbrenner, weniger EV-Investitionen), was in diesem Umfeld richtig wirken könnte
- Zulieferer (Bosch, Continental, ZF): Schwäche in Westeuropa trifft besonders hart
Neuer Zollkonflikt mit den USA als zusätzlicher Risikofaktor
Das aktuelle Zoll-Urteil des US-Supreme-Court (20. Februar 2026) und Trumps Ankündigung, die Zölle unter anderen Gesetzen neu zu verhängen (aktuell 15 % global), verschärfen die Lage zusätzlich. Sollte es zu einer erneuten Eskalation kommen (z. B. 10–25 % Zölle auf EU-Fahrzeuge), wären deutsche Premiumhersteller und Stellantis besonders betroffen. Die Aktien von VW, BMW und Mercedes stehen bereits unter Druck und könnten bei neuen Negativschlagzeilen aus Washington weiter abrutschen. Gleichzeitig profitiert Gold weiter als Safe Haven (aktuell knapp unter 5.200 USD).
Fazit
Die schwachen Zulassungszahlen in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich sind ein deutliches Warnsignal für die europäische Autoindustrie. Der italienische Lichtblick kann den Gesamttrend nicht umkehren. Mit dem drohenden Zollkonflikt mit den USA steigt das Risiko für die Branche weiter. Trader und Investoren werden die Reaktionen der Automobilaktien (VW, BMW, Mercedes, Stellantis) und den Goldpreis eng beobachten – beides könnte heute noch Bewegung zeigen.
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