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DIe Bären zeigen sich wieder stark

Markt fällt auf breiter Front – Ursachen und Trigger für eine Umkehr (Stand 13.02.2026)

Gestern hat der Markt auf breiter Front teils deutlich nachgegeben: Indizes haben kräftig verloren, Gold ist zurück unter 5.000 USD gefallen, die aktuell als Widerstand wirken, Bitcoin hat sich weiter von der 70.000-USD-Marke entfernt, während der US-Dollar leicht profitiert und sich unter der Marke von 1,19 (bei EUR/USD) festigt. Dieser Rückgang ist kein Zufall, sondern eine Reaktion auf die wirtschaftlichen Daten der Woche und die daraus resultierenden Erwartungen an die Fed-Politik. Hier ein detaillierter Überblick zu den Ursachen, der aktuellen Lage und möglichen Triggern für eine Umkehr.

Die Ursachen: Starker NFP-Beat und CPI-Erwartungen setzen den Markt unter Druck

Der Auslöser für den gestrigen Marktrückgang liegt vor allem in den starken US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) vom Mittwoch, die deutlich über den Erwartungen lagen. Statt der prognostizierten 66.000 neuen Stellen kamen 130.000 hinzu, private Stellen sogar 172.000 (145 % über Prognose), und die Arbeitslosenquote sank unerwartet auf 4,3 % (erwartet stabil bei 4,4 %). Die Stundenlöhne stiegen um 3,7 % YoY, leicht über Erwartung. Diese Zahlen signalisieren einen robusten Arbeitsmarkt, der die Wahrscheinlichkeit für baldige Zinssenkungen der Fed mindert. Die Renditen an US-Staatsanleihen stiegen (10-Jahres auf ~4,22–4,24 %), was risikoreiche Assets wie Aktien, Gold und Kryptos belastet.

Hinzu kommen die Erwartungen an die heute anstehenden VPI-Daten (Verbraucherpreisindex). Analysten prognostizieren 0,3 % im Monats- und 2,5 % im Jahresvergleich, was eine leichte Abkühlung der Inflation bedeuten würde. Sollte die Inflation jedoch höher ausfallen, würde das „higher for longer“-Szenario der Fed zementiert und den eingesetzten Verkaufsdruck unterstützen könnte. Die Märkte haben gestern bereits vorweggenommen, dass die Fed bei stabiler Inflation und starkem Arbeitsmarkt die Zinsen länger hoch halten könnte, ws im Ergebnis zu Sektor-Rotation geführt het: Tech und Wachstumstitel schwach, defensiv (Finanzen, Energie) halten sich besser.

Geopolitische Spannungen (Ukraine, Nahost) und die anhaltende Unsicherheit durch den kürzlichen Government Shutdown verstärken den Druck: Investoren suchen Sicherheit in Treasuries und dem Dollar, was risikoreiche Assets wie Indizes, Gold und Bitcoin belastet. Insgesamt ist der Rückgang eine klassische „good news is bad news“-Reaktion: Starke Daten = weniger Zinssenkungen = höhere Yields = Druck auf Bewertungen.

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Indizes geben kräftig nach – Tech unter Druck

Die Indizes haben gestern klar nachgegeben: Der Dow Jones fiel um -1,2 % auf ca. 49.800 Punkte, der S&P 500 um -1,5 % auf unter 6.900, der Nasdaq sogar um -2,0 % auf ca. 21.500. Die Verluste sind breit gestreut, mit Tech-Sektoren (Nasdaq) am stärksten betroffen – Wachstumstitel wie NVIDIA oder Tesla leiden unter steigenden realen Zinsen, die ihre hohen Bewertungen (KGV >30) unattraktiver machen. Europa folgte (DAX -1,0 %, CAC 40 -1,2 %), Asien war gemischt (Nikkei -0,5 %, Hang Seng +0,2 %). Die Vorbörse zeigt heute Morgen eine leichte Stabilisierung, aber ohne klare Trigger könnte der Druck anhalten.

S&P 500-Index mit Verlusten
Us-Indizes haben seit gestern die Gewinne der vergangenen Woche wieder abgegeben. | Chart-Quelle: TradingView

Gold zurück unter 5.000 USD – temporärer Widerstand

Gold hat gestern einen Flash-Crash hingelegt und fiel um -3,08 % auf 4.941 USD pro Unze, unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 USD. Heute Morgen pendelt es sich bei ~4.950 USD ein, mit 5.000 USD als temporärem Widerstand. Der starke Dollar und höhere Yields machen Gold als non-yielding Asset weniger attraktiv. Allerdings halten geopolitische Risiken und langfristige Inflationssorgen den Preis stabil – ein Dip unter 4.900 USD könnte weitere Verkäufe auslösen, aber der Markt hat Dips zuletzt reflexartig gekauft.

Bitcoin entfernt sich von 70.000 USD

Bitcoin hat gestern -4 bis -5 % verloren und notiert aktuell bei ~66.200 USD, deutlich entfernt von der 70.000-Marke. Der starke Dollar und die reduzierten Zinssenkungshoffnungen belasten Kryptos als high-beta-Risk-Asset. Ähnlich wie Gold reagiert BTC sensibel auf reale Zinsen – höhere Yields machen Alternativen wie Bonds attraktiver. Die Volatilität bleibt hoch, ein Break unter 65.000 USD könnte weitere Verkäufe triggern, aber ETF-Zuflüsse (BlackRock, Fidelity) stützen aktuell den Preis.

US-Dollar profitiert leicht – Festigung unter 1,19 bei EUR/USD

Der USD hat gestern +0,8–1,0 % gewonnen und festigt sich bei EUR/USD unter 1,19 (aktuell ~1,185). Der starke NFP-Beat reduziert die Wahrscheinlichkeiten einer baldigen Zinssenkung (Juni jetzt ~45–50 %), was den Dollar als carry-trade-Währung attraktiver macht. Andere Währungen wie EUR, JPY und GBP verlieren – der DXY steigt auf 98,5–99,0.

Trigger für eine Umkehr – was könnte den Markt drehen?

In der aktuellen Situation könnte eine Umkehr wahrscheinlich nur durch mehrere Trigger ausgelöst werden:

  • Schwächere VPI-Daten heute: Wenn sie unter 2,5 % y/y liegen, steigen Zinssenkungshoffnungen wieder – Dollar schwächer, Gold/Indizes stärker.
  • Fed-Signale: Dovishe Kommentare von Fed-Mitgliedern (z. B. Powell oder Yellen) könnten den Markt beruhigen und Rate-Cut-Bets befeuern.
  • Geopolitische Entspannung: Positive News Krisengebieten wie Ukraine/Nahost (z. B. Waffenstillstand) könnten Risk-On auslösen – Indizes/Kryptos rauf, Gold runter.
  • Technische Levels: Gold 4.900 USD Support hält, Bitcoin bei 65.000 USD, S&P bei 6.800 – ein Bounce von dort könnte Käufe triggern. Sektor-Rotation umkehren: Wenn Tech-Bewertungen zu tief fallen, kaufen Value-Hunter ein – Nasdaq könnte dann führen.
  • Globale Faktoren: Positive Daten aus China (z. B. Stimulus-News) oder Europa (EZB-Hinweise) könnten den Druck lindern. Langfristig bleibt das „higher for longer“-Szenario dominant – eine echte Umkehr braucht klare dovishe Signale.

Fazit

Der gestrige Rückgang ist eine Reaktion auf starke NFP-Daten und CPI-Erwartungen, die Zinssenkungshoffnungen dämpfen. Dollar profitiert, Indizes/Gold/Bitcoin leiden – aber Revisionen und geopolitische Risiken limitieren den Sell-Off. Trigger für Umkehr: Schwächere CPI heute, Fed-Signale oder technische Support. Der Markt bleibt volatil – wer die Kurse live verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.

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