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Wie viel Gold sollte man im Depot haben? Faustregeln für Einsteiger

Gold ist in den letzten Monaten wieder stark in den Fokus gerückt – nicht zuletzt durch den Preisanstieg über 5.500 USD. Viele Einsteiger fragen sich nun: Wie viel Goldanteil macht eigentlich Sinn im Portfolio? Gibt es eine „richtige“ Menge? Hier ein Überblick über gängige Faustregeln und Überlegungen, die in der Praxis häufig verwendet werden.

Historische Faustregeln und ihre Herkunft

Es gibt keine universelle „richtige“ Goldquote, aber bestimmte Orientierungswerte haben sich über Jahrzehnte etabliert. Sie stammen aus verschiedenen Denkrichtungen (Risikomanagement, Inflationsschutz, Krisenabsicherung):

  • 5–10 %: Die häufigste Empfehlung in klassischen Vermögensverwaltungen und bei vielen Finanzberatern. Gold dient hier als kleine Diversifikationskomponente und Inflationsschutz, ohne das Portfolio zu stark zu belasten.
  • 10–15 %: Wird oft in Zeiten erhöhter Unsicherheit (z. B. nach Finanzkrisen, geopolitischen Spannungen) genutzt. Viele institutionelle Anleger (Pensionskassen, Stiftungen) bewegen sich in diesem Bereich, wenn sie Gold als echte Absicherung sehen.
  • 15–25 % oder mehr: Kommt vor allem bei sehr konservativen oder krisenorientierten Strategien vor (z. B. „Permanent Portfolio“ von Harry Browne: 25 % Gold). Hier steht Gold als echter „Versicherungsschutz“ im Vordergrund.
  • 0–5 % oder gar kein Gold: Viele Wachstumsorientierte oder junge Anleger verzichten komplett oder halten nur einen sehr kleinen Anteil, weil Gold keine laufenden Erträge (Dividende, Zinsen) bringt.
Gold und die Frage nach dem "Wie viel"
Gold gehört ins Depot, aber wie viel sollte es für den individuellen Anleger sein?

Welche Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle?

Die „richtige“ Quote hängt stark von der persönlichen Situation ab:

  • Risikobereitschaft: Wer starke Kursschwankungen nicht erträgt, tendiert zu niedrigeren Quoten. Wer Krisenabsicherung priorisiert, geht höher.
  • Alter & Anlagehorizont: Jüngere Anleger (langer Horizont) brauchen oft weniger Gold, weil Aktien langfristig höhere Renditen bringen. Ältere oder kurz vor Rente stehende Anleger erhöhen Gold oft als Stabilisator.
  • Inflations- & Krisenwahrnehmung: In Zeiten hoher Inflation oder geopolitischer Spannungen (wie aktuell) steigt die Goldquote bei vielen Anlegern.
  • Steuerliche & praktische Aspekte: In Deutschland ist Gold (physisch) steuerfrei nach 1 Jahr Haltedauer, ETFs/ETCs unterliegen der Abgeltungsteuer. Physisches Gold ist illiquider und teurer in der Lagerung.

Beispiele aus der Praxis

  • Junger Anleger (25–40 Jahre, Wachstumsorientiert): Oft 0–5 % Gold (meist ETF), weil der Fokus auf Aktien/ETFs liegt.
  • Mittleres Alter (40–55 Jahre, ausgewogen): Häufig 5–15 % (Mischung aus ETF und etwas physisch).
  • Kurz vor Rente oder sehr konservativ: 15–25 % oder mehr, oft mit physischem Gold als Kern.

Risiken und Grenzen der Faustregeln

Gold schützt nicht vor allen Risiken: In starken Aktien-Bullenmärkten (wie 2010–2020) lief Gold oft seitwärts oder fiel. In Deflationsphasen (wie 2008–2009) war es ebenfalls kein Garant. Die Quote sollte daher nie statisch sein – viele Anleger passen sie jährlich an (Rebalancing).

Fazit

Es gibt keine „eine richtige“ Goldquote – 5–15 % gelten in der Praxis am häufigsten als sinnvoller Bereich für die meisten Einsteiger und langfristigen Anleger. Wer höher geht, tut das meist aus Krisen- oder Inflationsschutz-Gründen. Wer niedriger bleibt, setzt stärker auf Wachstum. Am Ende zählt, dass die Quote zur eigenen Risikobereitschaft, zum Alter und zur Gesamtstrategie passt. Wer Gold-ETFs oder physisches Gold halten oder erwerben möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.

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