Der Goldpreis hat mit dem Bruch der 5.000-USD-Marke eine neue Dynamik erreicht. Viele Einsteiger fragen sich nun: Sollte man physisches Gold (Barren, Münzen) kaufen oder lieber Gold-ETFs bzw. ETCs nutzen? Beide Varianten haben ihre Stärken und Schwächen – hier ein direkter Vergleich, der die aktuelle Marktlage 2026 berücksichtigt.
Physisches Gold (Barren und Münzen)
Vorteile
- Man besitzt das echte Metall – kein Emittenten- oder Kontrahentenrisiko (keine Bank oder ETF-Anbieter kann pleitegehen).
- Langfristig krisensicher: In extremen Szenarien (Bankenkrise, Währungscrash) hat man etwas Greifbares in der Hand.
- Keine laufenden Verwaltungsgebühren (außer Lagerung und Versicherung).
- Keine Abweichung zum Spotpreis durch Tracking-Error oder Spreads.
Nachteile
- Hohe Kauf- und Verkaufsaufschläge: 3–8 % je nach Händler und Stückelung.
- Lagerung & Sicherheit kosten Geld: Tresor, Bankschließfach oder Versicherung (0,5–1,5 % p.a.).
- Schlechte Liquidität: Verkauf dauert länger und ist oft mit Abschlag verbunden.
- Kein Zins oder Dividende – reiner Sachwert ohne Ertrag.
- Hoher Aufwand: Kauf, Transport, sichere Lagerung, späterer Verkauf.
Gold-ETFs / ETCs (börsengehandelte Produkte)
Vorteile
- Sehr niedrige Kosten: TER meist 0,15–0,40 % pro Jahr (manchmal sogar unter 0,2 %).
- Hohe Liquidität: Kaufen und verkaufen wie eine Aktie, in Sekunden während der Börsenöffnungszeiten.
- Keine eigene Lagerung nötig – alles liegt im Depot.
- Monatlicher Sparplan möglich (ab 25–50 €, oft ohne Ordergebühren).
- Hohe Transparenz: Tägliche Preisfeststellung, Holdings einsehbar, tägliche Rückgabe möglich.
Nachteile
- Kein physischer Besitz – bei Emittenten-Pleite (sehr selten, aber theoretisch möglich) besteht Restrisiko.
- Kleiner Tracking-Error & Spread können zu minimalen Abweichungen vom Spotpreis führen.
- Steuerlich in Deutschland wie Aktien behandelt (Abgeltungsteuer, keine Spekulationsfrist).
- Abhängigkeit von Börse, Depot-Bank und Emittent.
Welche Variante könnte 2026 interessant für Einsteiger sein?
Für die meisten Einsteiger sind wahrscheinlich **Gold-ETFs/ETCs deutlich besser** als physisches Gold geeignet:
- Niedrige Kosten und einfache Handhabung überwiegen die Vorteile des physischen Besitzes.
- Bei Sparplänen (monatlich 50–200 €) ist physisches Gold unpraktisch (Mindestgrößen, hohe Aufschläge).
- Physisches Gold lohnt sich erst ab größeren Summen (ab ca. 10.000–20.000 €) und wenn man explizit „Krisen-Bunker“ sucht.
Mögliche Einsteiger-Kombination 2026: 70–90 % Gold-ETF/ETC (z. B. Xetra-Gold, EUWAX Gold II, iShares Physical Gold ETC, WisdomTree Physical Gold) + 10–30 % physisch (kleine Barren oder Krügerrand-Münzen als Absicherung).
Fazit
Gold bleibt 2026 ein spannender Baustein jedes Portfolios – für Einsteiger sind ETFs/ETCs in der Regel die praktischere, kostengünstigere und flexiblere Lösung. Wer physisch kaufen möchte, sollte es als Ergänzung sehen, nicht als Hauptbestandteil. Wer die Entwicklung live verfolgen oder in Gold-ETFs investieren möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über gängige Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.