Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute wie erwartet alle Leitzinsen unverändert gelassen. Der Einlagensatz bleibt bei 2,00 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 % und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,40 %. Es ist bereits die fünfte Zinspause in Folge seit Sommer 2025.
Statement und Lagarde-PK – keine neuen Signale
Im EZB-Statement heißt es wörtlich: „Der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität werden unverändert bei 2,00 %, 2,15 % bzw. 2,40 % belassen.“
Christine Lagarde betonte in der Pressekonferenz erneut die **datenabhängige Haltung** der EZB: Keine festen Zusagen zu Zinssenkungen, sondern „situngsweise und datenbasiert“. Die Inflation soll sich mittelfristig um das 2 %-Ziel stabilisieren, die Risiken für den Ausblick seien „mehr oder weniger ausgewogen“.
Folgen für den Euro – stabil, aber unter Beobachtung
Der Euro zeigt nach der Entscheidung und der PK nur minimale Bewegung und bleibt stabil um 1,1840–1,1870 (EUR/USD). Wichtige Punkte zur Euro-Entwicklung:
- Lagarde betonte erneut, dass die EZB **kein Wechselkursziel** hat („we have no exchange rate target“).
- Der starke Euro wird aber genau beobachtet („we keep a close eye on FX, we discussed FX today“), da er die Inflation dämpft und die Konjunktur zusätzlich belastet.
- Keine Andeutung aktiver Intervention – der Euro wird nicht als „zu stark“ bezeichnet, sondern als Faktor unter mehreren.
- Der Markt interpretiert das als „steady for longer“ ohne neue hawkishe Eskalation → kein großer Euro-Auftrieb, aber auch keine Abwertungspanik.
Kurzfristig bleibt der Euro damit in einer engen Range (1,18–1,19), solange keine neuen Impulse (US-Daten morgen, geopolitische Lage) kommen.
Marktreaktion insgesamt gedämpft
DAX und Euro Stoxx 50 legen leicht zu (+0,3 bis +0,6 %), Bund-Renditen sinken minimal. Gold stabilisiert sich um 4.900–4.950 USD. Kein Volatilitätsspike – die Zinspause war erwartet, und Lagarde gab keine neuen Hinweise auf baldige Lockerung.
Fazit
Die EZB bleibt vorsichtig: Zinsen bleiben unverändert, der Weitere Kurs ist datenabhängig und es gibt kein Wechselkursziel. Der Euro bleibt stabil, wird aber weiter genau beobachtet. Die Märkte nehmen das als Bestätigung des „higher for longer“-Kurses auf – ohne große Überraschung. Wer die weitere Entwicklung und die aktuellen Kurse am Markt live verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.