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Bulle und Bär stehen sich gegenübe
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Deutscher Auftragseingang +7,8 % – Markt reagiert kaum, Skepsis überwiegt (Stand 05.02.2026)

Die heute Morgen veröffentlichten Industrie-Daten aus der Eurozone sind widersprüchlich: Deutschland meldet einen überraschend starken Anstieg des Auftragseingangs um +7,8 % im Dezember (erwartet –1,8 %), während die französische Industrieproduktion um –0,7 % zurückging (erwartet +0,2 %). Der Markt nimmt die deutsche Überraschung jedoch kaum zur Kenntnis – der DAX steigt nach Eröffnung nur um schmale +0,10 % und zeigt keine echte Kauflaune.

Deutschland: +7,8 % – Ausreißer ohne klare Erklärung

Der deutsche Auftragseingang in der Industrie ist im Dezember überraschend deutlich stärker als erwartet gestiegen. Nach mehreren schwachen Monaten wirkt der +7,8 % (kalender- und saisonbereinigt) wie ein Paukenschlag. Allerdings fehlen bisher klare Treiber: Energiepreise sind zwar gesunken, aber immer noch hoch; die China-Nachfrage bleibt schwach; Zinsen belasten neue Investitionen. Viele Marktteilnehmer sehen die Zahl daher skeptisch – die Ursache für den unerwarteten Anstieg bedarf angesichts der Gesamtumstände noch der Klärung. Mögliche Sondereffekte (Großaufträge, Basiseffekt, statistische Korrektur) könnten später bekannt werden.

Der DAX reagiert entsprechend verhalten: Nur +0,10 % in den ersten Handelsminuten. Exportorientierte Titel und Zykliker können kaum profitieren. Besonders Rüstungshersteller stehen unter Druck – Zweifel an Margen und Auftragsqualität nehmen zu, was die Gesamtstimmung zusätzlich belastet.

Frankreich: Industrieproduktion –0,7 % – weiter schwach

Die französische Industrieproduktion fiel im Dezember um –0,7 % (erwartet +0,2 %). Das passt ins bekannte Bild: anhaltende Schwäche in energieintensiven Branchen, gedämpfte Nachfrage und hohe Finanzierungskosten. Der CAC 40 zeigt sich bisher kaum beeindruckt (leicht positiv), aber die strukturelle Industrieflaute bleibt ein Belastungsfaktor für den gesamten Euro-Raum.

Marktreaktion bisher sehr gedämpft

EUR/USD bewegt sich kaum (~1,1840–1,1860), Bund-Future notiert leicht fester (Rendite gesunken). Die Kombination aus deutscher Überraschung und französischer Enttäuschung sorgt für ein „mixed picture“, das den Markt nicht aus der Reserve lockt. Viele Investoren warten auf weitere Bestätigung – insbesondere auf die morgigen US-Daten (Nonfarm Payrolls) und Details zur deutschen Zahl.

Dax kann nicht von Daten profitieren
Der DAX zeigt nach dem überraschenden Auftragseingang nur minimale Reaktion und bleibt auf Richtungssuche | Chart-Quelle: TradingView

Fazit

Die heutigen Daten sind widersprüchlich: Deutschland überrascht positiv, Frankreich bleibt schwach. Der Markt nimmt die deutsche Zahl jedoch kaum zur Kenntnis – +0,10 % im DAX sprechen Bände. Die Skepsis überwiegt, zumal die Autozulassungen gestern bereits ein klares Minus von –6,6 % zeigten und keine offensichtlichen Verbesserungen der Rahmenbedingungen sichtbar sind. Der europäische Aktienmarkt bleibt vorsichtig. Wer die Entwicklung live verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.

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