Heute werden um 14:30 Uhr MEZ die NFP-Beschäftigungsdaten aus den USA erwartet. Was ist nach den wenig positiven Daten im Laufe der Woche nun zu erwarten?
Schlechte Vorgaben von den PMIs
Schaut man zurück auf die Daten in der vergangenen Woche, so lassen diese doch erhebliche Zweifel an den prognostizierten 202.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft (NFP) aufkommen. Am Montag fielen die Zahlen des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe etwas besser als erwartet aus. Er bleibt allerdings mit 48,4 Punkten unter der wichtigen Marke von 50 Punkten, die das Wachstum von einem Rückgang trennt. Das der PMI für die Preise von 54,8 Punkten auf nun 50,3 Punkte gefallen ist, kann ebenfalls als schlechtes Zeichen gesehen werden, das den positiven Effekt des erstgenannten leichten Anstiegs möglicherweise komplett zunichtemacht.
Schlechter sieht beim dem PMI für Dienstleistungen aus, die den wichtigsten Teil der US-Wirtschaft ausmachen. Dieser liegt zwar weiterhin über der Marke von 50 Punkten, ist nach 56 Punkten im Vormonat deutlich auf nun 52,1 Punkte gefallen. Analysten hatten nur einen leichten Rückgang auf 55,5 Punkte erwartet. Auch der PMI für die Beschäftigung im Dienstleistungssektor ist von 53 Punkten auf nun 51,5 Punkte gefallen.
ADP- und Arbeitslosenzahlen stimmen eher pessimistisch
Einen ersten Eindruck für die möglichen Ergebnisse der heutigen NFP-Zahlen boten die Zahlen zur ADP-Beschäftigungsänderung. Zum einen blieben sie mit 146.000 um 20.000 Stellen unter den Prognosen. Aber auch das Ergebnis des Vormonats wurde um 49.000 Stellen nach unter korrigiert. Diese Zahlen spiegeln sich zumindest zum Teil auch in den Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wider. Hier lag die Anzahl der neuen Anträge um mit 224.000 um 9.000 Anträge über den erwarteten 215.000. Der Vormonat musste um 2.000 Anträge leicht nach oben korrigiert werden. Auch wenn die NFP-Zahlen häufig überrascht haben, weisen die Vorgaben nicht auf eine erneute Überraschung hin.
Wie werden die Märkte auf die NFP reagieren?
In jüngster Zeit haben die Märkte häufig eher untypisch auf makroökonomische Daten reagiert. Insbesondere der Goldpreis hat sich teilweise von der Entwicklung des US-Dollars abgekoppelt. Aktuell sieht es danach aus, dass er sich im Wartestellung bis zu den NFP-Zahlen befindet, und er schwankt zwischen 2634 $ und 2644 $. Sollten die Zahlen heute tatsächlich enttäuschen, wäre dies ein starkes Zeichen dafür, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Zinsen erneut senken wird, was sich in der Regel positiv auf den Goldpreis auswirkt. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass der Goldpreis seine Aufwärtsbewegung wieder aufnimmt.
Für den US-Dollar wäre dies hingegen ein negatives Signal. Nachdem er in Folge der eher schlechten Daten in dieser Woche bereits nachgegeben hat, könnte diese Entwicklung bei enttäuschenden Zahlen Fahrt aufnehmen. In diesem Fall könnte der Kurs von EUR/USD sich wieder in Richtung 1,07 bewegen.
Für Indizes und Aktien wäre die Aussicht auf eine anstehende weitere Zinssenkung eine positive Nachricht. Von daher ist nicht auszuschließen, dass die Indizes wieder neue Rekordstände anstreben werden.
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