Die Märkte reagieren weiterhin stark auf die gestrigen Aussagen von US-Präsident Donald Trump (Kritik am Dollar-Kurs, neue 25%-Zoll-Drohungen gegen Südkorea, implizite Fed-Kritik). Der US-Dollar-Index (DXY) hat seitdem etwa 0,5–0,8 % verloren und notiert aktuell bei 96,2. Dies treibt praktisch alle Anlageklassen in unterschiedliche Richtungen: Gold erreicht ein neues All-Time-High (ATH), Aktien halten sich leicht im Plus, Öl bleibt schwach. Der Markt zeigt hohe Nervosität, aber noch keine einheitliche Panik oder Euphorie.
Gold: Neues ATH über 5.300 USD – Trump als Turbo
Gold hat die 5.000-USD-Marke nicht nur gehalten, sondern in den letzten Stunden auf der Jagd nach einem neuen Rekordhoch die 5.300 USD überschritten(Spot & Futures). Nach dem gestrigen kurzen Einbruch unter 5.000 USD (Tief ~4.980) erholte sich der Preis extrem schnell und überschritt heute den Widerstand bei 5.100 USD mühelos. Die Dollar-Schwäche ist der Haupt-Treiber, aber strukturelle Faktoren (Zentralbankkäufe aus China/Indien, anhaltende Geopolitik) halten den Aufwärtstrend intakt. Analysten sehen kurzfristig 5.400–5.500 USD als möglich, solange der DXY nicht reboundet.
Aktien: Leichte Gewinne – Risikoappetit trotz Unsicherheit
S&P 500, Nasdaq und Dow notieren seitwärts bis leicht positiv (+0,2 bis +0,7 % Pre-Market). Die Märkte interpretieren Trumps Rhetorik bisher als „laut, aber nicht neu“ – keine konkreten neuen Zoll-Pakete, sondern Wiederholungen. Zykliker (Industrie, Rohstoffe) und Tech profitieren von der Dollar-Schwäche, während defensivere Sektoren (Utilities, Healthcare) etwas zurückbleiben. Ein echter Ausbruch nach oben ist noch nicht sichtbar, aber die Stimmung ist stabiler als erwartet.
Öl: Weiter schwach – Sturm-Effekt bleibt aus
WTI und Brent geben nach (–0,8 bis –1,2 %). Der US-Wintersturm hat bisher keine signifikanten Raffinerie-Ausfälle verursacht. Die Lagerbestände sind hoch, aber die Nachfrage bleibt verhalten. Die Dollar-Schwäche hilft dem Ölpreis nur begrenzt – der Abwärtstrend hält an.
Heutige & morgige mögliche Trigger
Heute 14:30 CET: Trump-Rede die zweite. Nach seinen gestrigen Aussagen kann man kaum mehr Turbulenzen an den Märkten erwarten. Angesichts des wenige Stunden nach seiner heutigen Rede anstehenden Ende der FOMC-Sitzung und der Zinsentscheidung, lässt sich ein weiterer verbaler Sprengsatz des US-Präsidenten nicht ausschließen.
Heute 20:00 CET: Die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed und im Anschluss um 20:30 Uhr CET die Pressekonferenz. Sollte Donald Trump die Fed und ihren Vorsitzenden heute erneut scharf angreifen, könnte die Pressekonferenz Klarheit darüber bringen, ob Präsident und Notenbank mit erhöhtem Tempo auf einen offenen Konflikt zusteuern.
Fazit
Der Markt ist in Bewegung, vor Trump und der Fed allerdings auch gleichzeitig in Wartestellung: Der Dollar zeigt sich schwach, Aktien tendieren leicht im Plus, Öl beibt weiter unter Druck und Gold ist über 5.300 USD auf der Suche nach dem nächsten Allzeithoch. Eine genauere Einschätzung der weiteren Entwicklung wird entsprechend erst nach Trump und der Fed erfolgen können Wer die Märkte und Kurse live am PC oder auf dem Smartphone verfolgen möchte, findet hier eine neutrale Übersicht über etablierte Plattformen, die das breite Feld der Assets nahezu vollständig abdecken: Zur Trading-Plattform-Übersicht.
Update 28.01.2026 14:45 Uhr: Gold testet Widerstand bei $5.280 – S&P 500 neues ATH im Pre-Market
Die Trump-Rede hat nicht stattgefunden (Falschinformation?), aber der Goldpreis setzt seine Rallye fort und testet aktuell einen neuen Widerstandsbereich um $5.280 (Spot & Futures). Nach dem frühen neuen Allzeithoch am Morgen über $5.300 scheint sich hier eine erste Konsolidierung oder leichte Korrektur anzubahnen – ein Break darüber würde das Momentum weiter verstärken, ein Rückfall darunter könnte Gewinnmitnahmen einleiten.
Gleichzeitig erreicht der S&P 500 im Pre-Market bereits ein neues Allzeithoch (aktuell ~6.930–6.950 Punkte). Die US-Indizes (Nasdaq und Dow ebenfalls positiv) profitieren von der Dollar-Schwäche und interpretieren die Trump-Rhetorik bisher als „Lärm statt Eskalation“. Solange keine neuen Zoll-Details kommen, bleibt der Risikoappetit intakt.
Der DXY stabilisiert sich leicht bei 102,9–103,1 – immer noch schwach, aber ohne neuen Einbruch. Öl (WTI/Brent) bleibt weiter unter Druck. Die Märkte warten auf die Fed um 20:00 CET und Trumps morgige Rede (14:30 CET) – beides hat weiterhin hohes Potenzial für Volatilität.